Das prickelnde Spiel: Wahrheit oder Pflicht jetzt im Internet

ErotikWahrheit oder Pflicht, das Spiel der Jugend, das es einem erlaubte, sich dem anderen Geschlecht quasi „gezwungen“ zu nähern. Auf Partys oder an langen kalten Winterabenden war es immer sehr beliebt, mittels Flaschendrehen jemanden zu bestimmen, der entweder eine Frage wahrheitsgetreu beantworten oder eine kleine Aufgabe erfüllen musste. Ein Spiel ohne Verlierer und Gewinner und eines, das von allen Beteiligten einen gewissen Mut erforderte. Den Mut, eine möglicherweise intime Frage ehrlich zu beantworten (oder aber selbstbewusst zu flunkern). Die Fragen wurden natürlich auch gerne dazu genutzt um herauszufinden, welche sexuellen Erfahrungen schon gemacht wurden: Hast du schon mal einen Zungenkuss gehabt? Wie findest du den Nachbarsjungen? usw.

Auch für den Fragenden war es ein kleines Outing, schließlich erfuhr man über die Fragen auch etwas über den Fragenden, was ihn so interessierte. Manchmal verriet einen auch nur die Färbung des Gesichtes, wie persönlich das Interesse wirklich war.

Bei den Aufgaben durfte man nicht zu verwegen sein, um das Spiel nicht zu blockieren, aber auch nicht zu vorsichtig, damit das Spiel nicht zu langweilig wurde.

Doch irgendwann im Laufe der Pubertät brauchte man nicht mehr darüber reden, weil man meist einfach sehen konnte, wer mit wem knutschte, auf dem Schulhof zusammen herum hing oder wer die Party gemeinsam verließ. Man probierte alles selbst aus und brauchte keinen spielerischen Zwang mehr, um seine Grenzen zu überwinden.

Doch mittlerweile sind die Kiddies von damals erwachsen geworden und haben das Internet entdeckt. Und so kann man jetzt Wahrheit oder Pflicht auch im Internet spielen, bei Truth or Dare. Natürlich ist es nicht so aufregend wie damals, von Angesicht zu Angesicht. Im Internet ist eventuell aber auch eine größere Offenheit möglich.

Aufmerksam wurde ich auf die Website durch einen Hinweis des Betreibers. Und neugierig, wie ich bin, habe ich mir das Spiel gleich einmal angeschaut. Das Prinzip ist recht einfach: Man registriert sich kostenlos und kann sein Profil nach Wunsch ausfüllen. Ich habe das erst mal sein lassen und mir das Forum angeschaut. Auf den ersten Blick erscheint es sehr komplex zu sein, aber wer sich nur in bisschen damit beschäftigt, findet recht schnell heraus, wie das Ganze funktioniert. Man selbst kann Fragen (leicht oder schwer) und Aufgaben (leicht, normal, schwer) einstellen und selbst welche beantworten bzw. ausführen und dann davon berichten. Oder man sucht sich selbst eine Aufgabe heraus oder lässt sie sich per Zufallsgenerator zuweisen. Aber am lustigsten ist es natürlich, wenn sich die User gegenseitig Fragen und Aufgaben zuweisen und die Aufgaben dann eventuell auch gemeinsam lösen.
Laut Aussagen des Betreibers gibt es derzeit ca. 2.000 Fragen bzw. Aufgaben und ca. 70.000 Lösungen dazu.

Wer jetzt glaubt, dass dies nur eine schmuddelige Sexkontakt-Seite ist, der irrt. Natürlich geht es dort viel um Sex, aber es ist mehr als das:

„Die Seite ist also keine Porno-Seite oder Partnerportal. Wir haben einfach Spaß mit einem Kommunikationsspiel – so etwas in der Art gibt es im Netz in der Form eigentlich nicht. Wir sind eine kleine Gemeinschaft, legen großen Wert auf Qualität und achten darauf, dass sich die User hier zu Hause fühlen. Wer einmal dabei ist, kommt eigentlich nicht mehr davon los.“ sagt Florian, der private Betreiber von TorD, der die Seite als non-profit-Angebot komplett in seiner Freizeit aufgebaut hat.

Wer also sich neue Anregungen suchen möchte oder sich einfach anonym auf angenehme Weise mit anderen austauschen möchte, für den ist TruthorDare eine lustige Möglichkeit. Wer will, kann erst mal auch einfach nur viel lesen. Doch eines ist klar: Nichts macht soviel Spaß wie dabei zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich dem Betreiber viele neue Mitglieder und allen Mitgliedern inspirierende Stunden mit www.tord.eu!

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Von Bibliotheksfantasien und Onlinezensur