Sextalk leicht gemacht – Teil 2

Letztes Mal habe ich euch die Undercoversapp vorgestellt. Die App bietet einen leichten und sehr schönen Einstieg in die Thematik. Wer über die App hinausgehend noch mehr Fantasien sucht, sollte die drei webbasierten Alternativen besuchen, die ich euch jetzt vorstellen möchte.

Auch diese Seiten haben sich der Aufgabe angenommen, eine Hilfestellung für das Sprechen über Sex zu bieten. Sie kommen zwar nicht in der komfortablen App-Form, wie die Undercoversapp daher, es lohnt sich dennoch den Seiten mal einen Besuch abzustatten. Zumal sie in ihren Fantasievorschlägen noch umfangreicher und expliziter sind als die App. Außerdem sind sie komplett kostenlos und in Englisch verfasst.

Die Seiten funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Undercoversapp. Die Partner beantworten unabhängig voneinander Fragen zu verschiedenen Themenbereichen. Anschließend daran werden die Antworten abgeglichen und die Partner bekommen die Fantasien angezeigt, welche sie beide mit Ja beantwortet haben.

Mojoupgrade.com

mojoupgradeDas Mojo – aus Austin Powers bekannt ist es eine mysteriöse Essenz, die einem die Fähigkeit zu sexuellen Höchstleistungen verleiht. Ob man nach dem beantworten der Fragen zu einem zweiten Austin Powers wird kann ich nicht garantieren, jedoch sollte man nach dem gemeinsamen Mojoupgrade durchaus in der Lage sein, sich gegenseitig ungeahnte Sphären der Lust zu versetzen.
Zunächst jedoch erst ein mal zu den Fakten: die Seite präsentiert sich in einem schlichten blau-weißen Design. Das ist zum einen angenehm, da man sich auch hier ohne viel Schnickschnack auf die wesentlichen Funktionen beschränkt, jedoch hätte man zu dem Thema passend vielleicht noch das ein oder andere schöne Hintergrundbild wählen können.
Zu Beginn kann man wählen ob man die Umfrage an einem oder zwei Computer durchführen will. Wenn man sich für erstere Variante entscheidet, beantwortet man die Fragen nacheinander am gleichen Rechner. Der Vorteil ist, dass man keine Emailadresse eingeben muss, was bei der zweiten Variante der Fall ist. Dort wird über die Email festgestellt, wann der Partner die Fragen fertig beantwortet hat und man wird über das Ergebnis informiert.
Die Fragen sind in sechs Kategorien aufgeteilt: Basics, Einbringen von Sexspielzeug, BDSM, Analspiele, Gruppen sowie Public-Spaß und andere Fetische. Während die erste Kategorie alle möglichen „Standard“-Sachen abdeckt, geht es in der BDSM-Abteilung schon etwas härter zu. Angefangen beim einfachen Augenverbinden über Fesseln bis hin zur Rollenspielvergewaltigung und 24 Stunden Sklavendasein wird nach allen möglichen Dingen aus dem SM-Reich gefragt. Wer davon jetzt geschockt ist braucht keine Angst zu haben – man kann vor dem Beginn der Befragung wählen, ob man auch die Fragen für Fortgeschrittene beantworten will. Will man nicht, dann tauchen die extremeren Fantasien auch gar nicht mit auf.
Als Antwortmöglichkeiten auf die Fragen hat man neben Ja und Nein noch die Wahl zwischen falls mein Partner interessiert ist und Tun wir schon. Sobald eine Frage mit Nein beantwortet wird, erscheint sie nicht in der Auswertung. Alle anderen Antworten finden Einzug darin.
Nimmt man sich für jede Frage wirklich Zeit, dauert es schon eine Weile bis man zu allen Fantasien seine Meinung abgegeben hat. Doch die Geduld sowie das gewissenhafte und ehrliche Antworten auf die Fragen werden sich auszahlen.
Haben schließlich beide Partner die Fragen beantwortet kommt der eigentlich interessante und spaßige Teil: die Auswertung. Diese sollte man sich ganz entspannt gemeinsam anschauen. Am besten zusammen mit einer Flasche Wein oder Sekt und möglichst wenig Kleidungsstücken. Was nicht heißen soll, dass man den Wein nicht auch schon vor dem Beantworten der Fragen öffnen kann – das lässt einen lockerer werden und die Fragen mit mehr Experimentierfreudigkeit beantworten.
Bei der Auswertung  werden sogar gleich noch passende Spielzeuge angeboten, die man sich über einen Affiliate-Link kaufen kann, um sein Liebesleben umgehend zu bereichern. Darüber sowie über eingeblendete Werbung am Seitenrand finanziert sich auch die Seite.

We Should Try It

weshoudtryit_Ein passender Name zu diesem Thema – denn woher will man wissen, dass es einem nicht gefällt, wenn man es nicht wenigstens einmal probiert hat.

Ansonsten gibt es zu der Seite nicht viel zu sagen. Sie ist ein Klon von Mojoupgrade mit einem abgewandeltem Design – gleiches Prinzip, gleiche Fragen, gleicher Funktionsumfang.

Einen erwähnenswerten Punkt hat die Seite jedoch: die Statistik. Aus dieser kann man zum Beispiel ablesen, dass das Wecken des Partners mit Oralsex bzw. mit Oralsex aufgeweckt werden, die beliebteste Fantasie ist und am häufigsten mit Ja beantwortet wurde. Wohingegen gefistet werden sowie das Zeigen von Bildern im Internet die häufigsten Nein-Antworten kassiert haben. Es ist sehr unterhaltsam und aufschlussreich da einfach mal durchzublättern.

Sexionnaire

Bleibt also noch die Seite Sexionnaire. In verschiedene Lilatönen gehalten, fällt sie schon mehr ins Auge. Auf der Hauptseite, wird erklärt, wie das Ganze funktioniert und mit einem Klick auf den Button „Create a new pair“ kann man schon loslegen.

Es wird ein Fragenkatalog für Sie und ein Fragenkatalog für Ihn erstellt, welche man jeweils über spezielle Links erreichen kann. Haben beide Partner den entsprechenden Link, kann man gleichzeitig an verschiedenen Computern oder gemeinsam an einem Internetbrowser die Fragen beantworten. Man hat auch die Möglichkeit zwischendurch zu pausieren, in dem man auf Continue later klickt. Die Antworten werden gespeichert und man kann das Fenster schließen. Ganz wichtig ist es jedoch, vorher ein Lesezeichen zu erstellen, sonst kann man das Questionnaire nicht fortsetzen.sexionnaire_

Der Umfang der Fragen und Fantasien ist riesig. Insgesamt gibt es 18 Oberkategorien, die man alle aufklappen kann und die zum Teil noch in Unterkategorien untergliedert sind. Man wird nach analen Vorlieben gefragt, allen möglichen Fetischen oder auch nach den verschiedensten Stellungen. Hilfreich ist dabei, dass bei vielen Fantasien ein Infolink dahinter ist, der meistens zu Wikipedia führt und den jeweiligen Begriff oder die Tätigkeit erklärt. Wusstet ihr z. B., dass Emetophilia der Fachbegriff für den Kotz-Fetisch ist? Ich nicht – wieder was dazugelernt!

Die Antwortmöglichkeiten sind binär – entweder klickt man das Kästchen vor der Fantasie an und sagt damit Ja oder man tut es nicht. Es ist auch möglich jeweils ganze Kategorien mit einem Klick zu bestätigen oder eben abzulehnen.

Die Menge der Fragen ist erst einmal etwas erdrückend. Sie haben aber den Vorteil, dass wenn man sich intensiver mit ihnen beschäftigt, durchaus einige neue Dinge kennen lernen kann, von denen man gar nicht wusste, dass sie überhaupt existieren.
Und spätestens wenn man den Abschnitt mit den Stellungen durch hat, ist man ein versierter Kamasutrakenner bzw. -kennerin.
Sind alle Fragen beantwortet oder auch nur einen Teil davon, dann wird man nach dem Klick auf den Submit-Button zur Ergebnisseite weitergeleitet. Haben beide ihr Questionnaire abgeschlossen, werden auf dieser Seite dann die gemeinsam mit Ja beantworteten Fragen angezeigt.

Fazit

Vom Design, Komfort und Handling können die Seiten zwar nicht mit der App mithalten, sie erfüllen jedoch ihren Zweck und es lohnt sich ein Besuch.

Ein schöner Nebeneffekt dieser Frage-Antwort-Spiele ist, dass man nicht nur erfährt, welche gemeinsamen Vorlieben man hat, sondern auch mal über seine eigenen Bedürfnisse nachdenken muss. Wenn man die Fragen ehrlich beantworten will – und nur so macht es auch wirklich Sinn – dann muss man sich selbst erst ein mal darüber klar werden, was man eigentlich will und was für Vorlieben man hat. Daher kann man die Sex-Questionnairs auch machen, wenn gerade mal keinen Partner vorhanden ist. Im besten Fall lernt man etwas über sich selbst und die eigenen Vorlieben. Im schlimmsten Fall hat man mal zehn Minuten abseits von Facebook verbracht.

Hier findet ihr die Seiten We Should Try It und Sexionnaire.

Mojoupgrade hängt häufig mal, einfach immer mal wieder probieren, falls es nicht funktionieren sollte.

Human Sex Map

Auch noch erwähnenswert ist die interaktive Map of the Lands of Human Sexuality – eine Karte auf der ihr nahezu alle Spielarten der menschlichen Sexualität findet und auf der ihr eure Vorlieben mit virtuellen Pinnadeln anstecken könnt. Auch als XXL-Poster für den Hausgebrauch bestellbar.

Weitere Beiträge
Schlechter Sex? Man gewöhnt sich dran…